Samstag, 28. Mai 2011

Spaziergang 'light' mit dem Rekonvaleszenten




Man sollte meinen Sammy würde in irgendeiner Weise Nachwirkungen der OP zeigen. Weit gefehlt, er tut so als ob nichts gewesen wäre. Letzte Nacht verlief ohne Leckanfälle, denn natürlich haben wir ihn nur im schicken alten Polo-Hemd schlafen lassen, was für mich allerdings eine unruhige Nacht bedeutete.
Heute hieß es dann Spazierwege auszusuchen, die möglichst wasser-und hundefrei sind,  also eigentlich langweilig für Sammy. Wir wählten den Löwenzahnpfad, der vor einem Jahren offiziell angelegt wurde und tatsächlich auch gepflegt wird, wie wir uns heute überzeugen konnten. Die Wege waren gemäht !
Für mich sind es immer noch die 'Schönerlinder Teiche', die jetzt allerdings mit einem Powerzaun  eingezäunt sind, da inzwischen in diesem Gebiet Wasserbüffel und Koniks leben.
Okay , als erstes begegneten uns Herr und Frau Konik samt Fohlen. Die sind Hunde inzwischen gewühnt und reagierten völlig gelassen. Sammy stand zwar etwas unter Spannung, konnte sich aber an der Leine gerade noch beherrschen. Das Fohlen probierte schon ein wenig vom Gras nachdem es bei Mamma getrunken hatte. Es sieht etwas scheckig im Gesicht aus, ob das wohl am Fellwechsel liegt?
An der Stelle des Wegs ist noch gefährlich viel Wasser in der Gegend, Sammy musste an der Leine bleiben bis ich die Herren Frösche und Familie Blässhuhn gegrüsst hatte.

Später verscheuchten wir ein Kranichpaar, die offenbar hier brüten, denen begegnete ich hier schon als der Pfad noch inoffiziell war. Und dann hörte ich den Kuckuck, das ist nichts ungewöhnliches, der kommt zuverlässig jedes Jahr hierher. Witzig war allerdings, das in dem Moment, in dem ich sagte, dass ich einmal in meinem Leben einen Kuckuck nicht nur hören, sondern auch sehen wollte, einer etwas entfernter kuckuckschreiend über die Pappeln zog.
Das Foto ist allerdings eher ein Ratebild geworden, aber ich kann garantieren...das war er...der Kuckuck!
Das Gelände ist etwas hügelig und wirklich sehr reizvoll zu jeder Jahreszeit. Man hat Brückchen, Stege gebaut und eine Ausssichtsplattform , die sich sehen lassen kann! Sie schließt mit einem Weidentunnel ab! Leider waren die Wasserbüffel von der Aussichtsplattform weit und breit nicht zu erspähen, statt dessen nur eine weitere nette kleine Konikfamilie.
Während ich die Aussicht genosss, mein Ehemann schon weiter wanderte, versuchte Sammy wie immer das Rudel zusammenzuhalten indem er hin und her raste....treppauf....treppab...

Zum Abschluss des Wegs gab es also noch einmal eine Konikfamilie, und wieder wachte der Hengst über das Fohlen, während die Mutter graste. Wirklich sehr idyllisch...und das alles unweit der Berliner Autobahnrings und der S-Bahn!









Operation gelungen...


Seit Wochen hat Sammy ein merkwürdiges kleines Geschwür an seinem rechten Vorderlauf oberhalb des Ellenbogens. Die Tierarztin vermutete etwas Entzündliches und verordnete zunächst eine antibiotische Flüssigkeit, die gar nichts brachte, ich hatte eher den Eindruck als ob der rötliche Knoten an Größe zunähme. Gestern gab es nun die Operation, das Gebilde wurde herausgeschnitten.
Sammy bekam nur eine Kurznarkose , die ihm in den Muskel des Hinterlaufs gespritzt wurde, er jammerte herzerweichend, verhielt sich aber zu meinem Erstaunen ohne Aggression. Mein Maxi ( Sammys Vorgänger)hätte garantiert geschnappt.
Ich wartete eine dreiviertel Stunde und durfte dann beim Aufwachen dabei sein. Die OP war laut Aussage der Tierärztin gut verlaufen. Sie hatte das weißlich aussehende Gewebe problemlos aus der Oberhaut trennen können,es war also keine Fettgeschwulst wie ich annahm.

Auf dem OP-Tisch legte sie dann auch gleich eine dieser doofen Plastikmanschetten um Sammys Hals, damit unser Hund daran gehindert wird die Wunde zu lecken. Da die von der TÄ exzellent versorgte Wunde an einer schwierigen  Stelle des Vorderlaufs liegt, wurde sie nicht verbunden  oder abgedeckt.
Nachdem Sammy dann die Aufwachspritze bekommen hatte, manövrierten wir den ziemlich desorientierten Kerl samt Stehkragen ins Auto. Vorher hatte mir die Tierarztassistentin noch konspirativ den Tipp gegeben dem Hund ein langärmliges Kinder T-Shirt anzuziehen, weil so ein Plastikteil unseren sensiblen Riesen zu sehr verstören würde. Das habe ich dann zuhause auch ganz schnell getan, nachdem ich mir eine halbe Stunde ansehen durfte wie meine 'Mausi' völlig verdattert im Wohnzimmer herumstand und sich nicht setzen und legen wollte.
Zum Ausgehen ziehen wir das T-Shirt sogar ganz aus. Er benimmt sich wie immer, es ist so als ob der Wunde gar nicht wahrnimmt. Auch in der Nacht schlief er ruhig wie immer in seinem Hundebett, um sich dann gegen sechs -wie immer- bemerkbar zu machen.
Okay, die OP ist überstanden, das Gewebe wurde eingeschickt, und ich bin besorgt. Was ist das für eine Geschwulst? Natürlich konnte ich es nicht lassen nach Hautkrankheiten von Schäferhunden herumzugooglen, und natürlich weiß ich, dass bei bestimmten Rassen bestimmte Krankheiten typischerweise auftreten. Aber wenn es das ist, was ich ergoogelt habe, dann gibt es keine Therapie für mein sanftes Hundewesen:
 'Noduläre Dermatofibrose ist ein paraneoplastisches Syndrom, das vor allem bei Schäfer-
  hunden beschrieben wurde. Es wird vermutet, dass die Erkrankung in einem autosomal
  dominanten Muster vererbt wird. Die Läsionen bestehen aus multiplen, kollagenen Hautknoten.
  Die noduläre Dermatofibrose ist mit Zystadenomen oder zystischen Adenokarzinomen der Niere
  assoziiert. Der Mechanismus der Beziehung zwischen nodulärer Dermatofibrose und zystischen
  Tumoren der Niere ist unklar.'

Ich mache mich gerne immer vorher verrückt , mein Ehemann kennt das nicht anders und versucht mir das auszureden. Aber abwarten und Teetrinken ist nicht mein Ding, zumal sich auch die Tierärztin vornehm zurückgehalten hat und sich trotz meines Nachbohrenes nicht weiter zur Natur des entfernten Gewebes geäußert hat....


Sonntag, 22. Mai 2011

Long time no see

Es ist ja schon sehr lange her, dass wir uns hier sehen haben lassen. Zwei Blogs regelmäßig zu führen ist dann doch wohl ein bißchen viel.
Sammy, der von fremden Menschen im Wald ausgesetzte Schäferhundmischling,  ist inzwischen zu unserem Hund geworden. Wir verstehen bis heute nicht, wie man so einen Prachtkerl loswerden wollte.

Er hat uns ordentlich auf Trab gebracht: im Haus ein ruhiges, braves Tier lässt er bei unseren täglichen Spaziergängen den Turbo raus, nur gut, dass wir ein Hundeauslaufgebiet fast vor der Haustür  haben.
Heute morgen um halb acht, hatte ich das direkt am nördlichen Stadtrand Berlins gelegene Gebiet ganz für mich alleine.Es liegt inmitten von bewirtschafteten Feldern, dieses Jahr bestellt mit Roggen und Gerste .


Hat uns der Landwirt uns Spaziergängern einen Gefallen tun wollen: Die Gerstenfelder haben Farbkleckser von rotem Klatschmohn und blauen Kornblumen ...wunderschön in der Morgensonne. Das interessierte meine Rennsemmel natürlich überhaupt nicht, er war schwer beschäftigt die neuesten Nachrichten an den Wegrändern zu erschnuppern, während ich fotografierte.


Sammy ließ sich dann auf Nachfrage doch herab sich inmitten des Klatschmohns  fotografieren zu lassen. Es scheint wirklich so als ob dieses Stück Land mit Ackerrandblumen besät wurde, Getreide wuchs an dieser Stelle nicht.
Überhaupt gab es in diesem Eckchen Berliner Stadtrandlandschaft an diesem Morgen viel zu entdecken. Zwei Fasane trugen ein Kämpfchen aus, leider war ich zu langsam mit dem Fotoapparat, da ich erst einmal Hund Sammy zusammenstauchen musste, nicht dazwischen zu gehen. Aber den Neuntöter bekam ich dann doch noch vor die Linse, hat er hier doch ein ideales Jagdrevier in dieser von Hecken umsäumten Felderlandschaft.






Und mein Botanikerherz erfreute sich zu entdecken, dass offenbar jemand mit Pflanzenverstand die Hecken gesetzt hatte. Die silbernen Büsche der schmalblättrigen Ölweide blühen gerade und duften sogar.