Samstag, 4. Juni 2011

Morgens um halb sieben...


...dachten wir, hätten wir das Hundeparadies für uns alleine. Das war ein Irrtum, der Seitenstreifen am Zugang war um diese Uhrzeit schon mehr oder weniger zugeparkt. Vermutlich war die momentane Hitze ein Grund schon so früh unterwegs zu sein, morgens ist es dort mit 16°C angenehmer als Mittags, wenn die Sonne raufknallt, und das kann sie dort in der freien Feldmark heftig.



Es gab auch noch andere Menschen mit der gleichen Idee wie ich, die einen Fotoapparat mitgebracht hatten. Schließlich hat man diese knallrote Pracht sicher nicht mehr lange, da die Sonne die Blütenblätter des Mohn sehr schnell verschrumpeln lässt. Also rasch noch ein paar Fotos während Sammy den Damen Retrievern seine Aufwartung macht.

Und das ist genau das ( siehe letztes Posting), was unsere Hundetrainerin an diesem Hundeauslaufgebiet missfällt: ( Fast) alle Hundebesitzer, die dort spazieren gehen, vergessen, was ihnen beigebracht worden ist. Ihre Hunde spazieren eben nicht 'bei Fuss' und an der Leine einander ignorierend vorbei, Frauchen und Herrchen lassen sie (fast alles  machen), was sie wollen. Wunderbares 'Laissez-Faire'!


Fast alle Hunde sind unangeleint. Wenn man sich begegnet , weiß man zu 99% , dass es auch bei den Rüden gut gehen wird...meistens. Seit wir Sammy haben, gehen wir dort zu jeder Jahreszeit spazieren, inzwischen bin ich völlig arglos und weiß, dass die meisten Hunde wunderbar sozialisiert sind, und mein Schäferhund ( die Rasse führt die Beißstatistik hier in Berlin an!) eher wegläuft, wenn ein unfreundlicher älterer Rüde ihm die Meinung wegen seiner Aufdringlichkeit sagt
Allerdings geht es nicht immer gut, es gab da doch ein paar Raufereien, die ich allerdings in die Kategorie 'Kommentkämpfe' einordne: außer einer Menge Lärm und ein paar fliegenden Haaren passierte nichts. Und glücklicherweise gehen in diesem Auslaufgebiet meist Menschen, die entspannt sind und wissen, dass das passieren kann. 

Einmal sind wir dann doch eine Situation gekommen, wo Sammy den kürzeren zog. Vor uns ging eine Frau mit einem wunderschönen Briard, der wunderbar erzogen neben ihr herging im 'freien Fuß'. Vorbildlich!! Sammy und Frauchen waren aber wie immer hier im 'Feel Free-Feeling' , er preschte vorweg , ich völlig entspannt hnterher. Ich sah, wie er unerzogen dem etwas zurückgefallenen Briard entgegenlief und dann konnte ich gar nicht so schnell gucken, wie es passierte...der Briard griff ohne die nötigen Hundebegrüßungsrituale einzuhalten meinen Naseweis an. Sammy kam dann auch sofort mit eingeknickten Läufen und jammernd zu mir an: Der Briard hatte sein Ohr gepierct, und es blutete ziemlich.
Und wieder verhielt sich die Frau vorbildlich, sie bot mir sofort ihre Telefonnummer an, sie hätte ja eine Haftpflichtversicherung , um mit dem gleichen Atemzug zu erklären, wie vorbildlich sie sich doch benommen hätte. Ich kam kaum dazischen mit meinem Anliegen, ihr zu erklären, dass ich so ein Verhalten eines Hundes in diesem Gebiet noch nicht erlebt hätte, schließlich wäre ihr Briard sofort zum Angriff übergegangen. Das wollte sie aber nicht hören, denn sie hätte mit ihrem Hund alle Möglichkeiten des Hundetrainings ausgeschöpft.
( Sammy lief da nur rein, weil ich ein Leckerschen hineingeworfen hatte...!)

Es ist schon ein Dilemma. Natürlich verstehe ich die Position dieser perfekten Frau samt ihrem perfekten Hund. Was mir aber gegen den Strich geht ist die Tatsache, dass Hundebesitzer so verkrampft miteinander umgehen . Es war (fast) nichts passiert, ich hatte überhaupt nicht vor, ihre Haftpflichtversicherung in Anspruch zu nehmen.



Kommentare:

  1. Ohhh wo fange ich jetzt an. Das ist ein Problem wo ich auch immer wieder Angst vor habe. Unsere Maya wird diesen Monat "1" Jahr, wie du ja schon weißt ein altdeutscher Schäferhund mit vorbildlichen Eigenschaften. Nun gut, sie geht zu jedem Hund und leckt ihm die Schnautze. Toben und Spielen steht natürlich bei so einem jungen Hund an erster Stelle. Aber jeder Hund mag das nicht. Wie bringt man das dem Hund bei??dass er das nicht machen soll???Mein Mann übt jeden Tag, er soll alles kennenlernen, Radfahrer, Kinder alles was sich so im Umfeld bewegt.
    Der Schäferhund ist schon im voraus dazu berufen, ein Beißer zu sein. Bis jetzt haben wir noch keine Probleme gehabt, nur mit unserer Mary funktioniert das nicht, sie ist 12 Jahre und möchte ihre Ruhe haben. Es ist anstrengend immer darauf zu achten, dass die Beiden nicht aneinander geraten, denn unsere Maya wird langsam erwachsen.
    Aber auf dein Erlebnis zurückzukommen, so etwas darf einfach nicht passieren. Jeder behauptet "Der tut nix", aber die Gewissheit hat man nie. Es kommt immer auf die Situation an. Tut mir übrigens leid für deinen Hund, sowas ist wirklich nicht nötig.
    Ich wünsche noch einen schönen Sonntag.
    Liebe Grüße von der
    Romy...

    AntwortenLöschen
  2. @Maya: Wenn ich Dich richtig verstehe, habt Ihr also zwei Schäferhündinnen? Davon schreibst Du gar nichts in Deinem Blog. Schade, dass die beiden sich nicht vertragen, wenn mir auch nicht ganz klar ist, wieso nicht. Eine alte Hündin könnte einem jungen Hund viel beibringen, beispielsweise sie in Ruhe zu lassen, wenn ihr danach ist.
    LG
    Sisah

    AntwortenLöschen
  3. huhu Sisah, die ältere Hündin ist eine Cockerdame. Du findest sie auch auf meinem Blog. Wie gesgt, ich sehe das so, ein junger Hund von gerade mal einem Jahr kann noch nicht perfekt sein, er muss alles lernen. Draußen klappt es mit anderen Hunden - also bis jetzt noch -. Ich finde es auch sehr schade, wäre schöner sie vertragen sich. Maya möchte sie "nur" lecken und das mag die Mary nicht.
    Wie ich sehe sitzt dein Logo jetzt 100%, freut mich, sieht Klasse aus...
    L.G. von der
    Romy...

    AntwortenLöschen
  4. Das ihr in dieser herrlichen Landschaft nicht die einzigen Spaziergänger wart kann ich verstehen. Es sieht auch zu schön aus.
    Zu dem Vorfall, naja. So wie nicht jeder Mensch jeden Menschen leiden kann, so geht es manchmal auch unter Hunden zu. Meistens hört sich das Gekeife schlimmer an als es ist. Natürlich tut es mir leid das euer Hund bei dieser Auseinandersetzung sogar verletzt wurde. Sowas sollte nicht passieren. Da ich immer mit beiden Hunden spazieren gehe, bin ich sehr vorsichtig bei Hundebegegnungen. Beide Hunde sind vom Charakter sehr unterschiedlich. Während Lotte auf jeden freundlich zugeht, ist Emma sehr vorsichtig. Sie bleibt abseits stehen und bellt den anderen Hund erst mal an. Oft wird das mißverstanden (von den Menschen). Bellen ist gleich böse. Dabei ist es nur als ob sie Lotte fragt ob der andere ok ist. Wenn Lotte den anderen Hund in Ruhe abschuppert ist alles gut und Emma geht auch hin.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

    AntwortenLöschen
  5. Hallo,
    das sin daj wahnsinns Bilder vom Mohnfeld.Ich bin sorachlos.Wie schoen die Natur doch ist bzw sein kann.


    glg Conny

    AntwortenLöschen